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Lesung und Diskussion mit Mesale Tolu
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Lesung und Diskussion mit Mesale Tolu

Lesung und Diskussion mit Mesale Tolu
7. November 2019, 20 Uhr, Atrium des Heinzenwies-Gymnasiums in Idar-Oberstein

Ihr Fall erregte in den letzten Jahren europaweit Aufsehen: Vor den Augen ihres zweijährigen Sohnes war die deutsche Journalistin und Übersetzerin 2017 in ihrer türkischen Wohnung festgenommen worden. Die Vorwürfe, die gegen sie erhoben wurden, waren geradezu lächerlich. Weil sie eine von 2000 Teilnehmerinnen bei der Beerdigung von zwei von der Polizei erschossenen Oppositionellen war, soll sie „Terrorpropaganda“ betrieben und Mitglied einer „Terrororganisation“ gewesen sein. Erst zwei Monate nach ihrer Inhaftierung durfte sie erstmals ein deutscher Diplomat in der Haft besuchen, nachdem es die Türkei völkerrechtswidrig unterlassen hatte, deutsche Stellen über die Verhaftung der deutschen Staatsbürgerin, die 1984 in Ulm geboren wurde, zu unterrichten. Nachdem der im Herbst 2017 begonnene Prozess gegen Tolu nicht zu dem von den türkischen Sicherheitsorganen angestrebten Ergebnis geführt hatte, erfolgte erst die Freilassung und acht Monate später die Ausreisegenehmigung für die politisch Verfolgte, die wie einige andere Deutsche regelrecht in Geiselhaft genommen worden war.
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hat Mesale Tolu ihre Erlebnisse mit dem Erdogan-Regime unter dem Titel „‘Mein Sohn bleibt bei mir!‘: Als politische Geisel in türkischer Haft – und warum es noch nicht zu Ende ist“ in diesem Sommer beim renommierten Hamburger Rowohlt Verlag veröffentlicht. Auf Einladung des Kulturvereins „Die Schnecke“ wird Mesale Tolu am Donnerstag, dem 7. November 2019, um 20 Uhr im Atrium des Idar-Obersteiner Heinzenwies-Gymnasiums über ihre politische Verfolgung in der Türkei berichten.


Foto: Rowohlt-Verlag