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"Grenzfall- Berlin im Brennpunkt der Geschichte"
Lesung und Diskussion mit dem ehemaligen
Regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Momper
12.12.1991, 20.00 Uhr
Idar-Oberstein, Göttenbach-Aula


Nahe-Zeitung, 14.12.1991
Grenzen überwinden
Geschichten von der Geschichte mit Walter Momper

Als Mann mit dem roten Schal wurde er berühmt, weniger bekannt ist jedoch, daß sich der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin. Walter Momper, auch als Autor einen Namen machen will. Daß seine Chancen dafür nicht schlecht stehen, davon konnten sich die Gäste in der Göttenbach-Aula überzeugen, wo Momper auf Einladung des Kulturkreises "Die Schnecke" aus seinem Buch "Grenzfall" lag.
Standvermögen mußte man wegen der fast arktischen Kälte in der Halle schon mitbringen. Ein Heizungskessel war ausgefallen, und die Vorhänge, die sonst die Kälte abgehalten hätten, waren in der Reinigung, entschuldigte Axel Redmer vom Kulturkreis.

Mompers Geschichten von der Geschichte halfen aber über die Kälte hinweg, riefen ergreifende Bilder, wie den Fall der Mauer, in Erinnerung. Tage am Ende des Jahres 1989 die die Welt nachhaltig veränderte., in denen Momper als Politiker an der Schnittstelle der Geschichte diese mitgestaltete. Vieles schrieb er aus der Erinnerung nieder, außerdem standen ihm rund 40 Aktenordner zur Verfügung

Eindrucksvoll, sprachlich sehr farbig und lebendig schilderte er die Nacht der Maueröffnung, als sich die Ereignisse überschlugen Momper erfuhr auf einem Empfang von der neuen, sprachlich komplizierten Reiseregelung, die die Mauer obsolet machen würde. "Da haben wir dann beschlossen, daß dies der Tag ist, auf den wir 28 Jahre gewartet haben", sagte Momper.

Daß heute viele die Dinge nicht mehr so rosig sehen, gestand er ein. Gerade auf Berlin waren nach der Maueröffnung eine Menge Probleme zugekommen, aus ihrer Insellage heraus war die Stadt in den Mittelpunkt gerückt Ossiwitze" seien ein Ausdruck der Überforderung der Menschen geworden. Doch Momper ist zuversichtlich: "Es wird etwas dauern, bis alle Grenzen überwunden sind, aber wir werden das schaffen."

Susanne Klopsch