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Comedy-Abend mit dem
Eisberg-Duo
21.02.1995, 20.00 Uhr
Idar-Oberstein, Göttenbach-Aula

Nahe-Zeitung, 23.02.1995
Die Bälle flogen etwas flach
Das "Eisberg Duo" präsentierte ein recht leicht verdauliches Menü

IDAR-OBERSTEIN. Ob Papst, Fiat-Fahrer, Sozialpädagoge oder Arzt, alle wurden sie durch den Kakao gezogen, Der Spott des Eisberg Duos" machte vor. kaum etwas halt, auch nicht vor Rita Süssmuth oder Katrin Krabbe. Dennoch war das Menü, das Werner Minor, Martin Meinschäfer und Olf Mill auf Einladung des Kulturvereins "Die Schnecke" in der Göttenbach-Aula servierten, recht leicht verdaulich die Gags gingen nur selten unter die Oberfläche.

Wer anspruchsvolles Kabarett erwartet hatte, wurde enttäuscht. Ebenso wie diejenigen, die die Gags von "Badesalz", den angeblichen Konkurrenten, im Ohr hatten und diesen etwas hochgehängten Vergleich wohl nicht so ganz nachvollziehen konnten.

Dennoch: Wer herzhaft lachen wollte, ohne sich einer überlangen Prunksitzung auszusetzen und eine Narrenkappe aufzuziehen, kam voll auf seine Kosten. Der etwas verschrobene Diener in weißem Anzug, Fliege und Florentiner-Hütchen konnte mit seinen zaghaften Versuchen, die Stimmung anzuheizen sogar auf Anhieb einige Zuschauer mitreißen. Schon beim Eröffnungslied, dem "Eisberg-Duo-Lied", konnte man erahnen, was da in den nächsten knapp 90 Minuten kommen sollte. Zwei urige Typen in bunten Hemden, mit Hosenträgern und zwei Gitarren nahmen Platz, warfen sich gegenseitig verbale Bälle zu, die manchmal allerdings etwas flach gespielt wurden.

Loblied auf die Hessen

Sie sangen, in Anlehnung an die "Capri-Fischer", vorn Urlaub in Italien, wo gerade eine rote Tonne im Meer versinkt, sich Allergien und Pusteln breitmachen und präsentierten ein Loblied auf die Hessen und ihren Apfelwein mit Handkäs. Immer wieder trat Olaf Mill in Aktion, ob als Guru, Steptänzer, Wissenschaftler, der das akustische Verhalten von Grundnahrungsmitteln erforschte oder als Koch, der das Rezept für "Rinderfilet à la Jägermeister" preisgab, während der stumme Diener Werner Minor unbeholfen und grimassenschneidend ständig etwas im Abseits stand. Für Stimmung sorgen sollten dann schließlich einige Rasseln, die im Publikum verteilt wurden, Luftschlangen und Bonbons, die von der Bühne in den Saal flogen.

Höhepunkt war sicherlich die Parodie Martin Meinschäfers als Uralt-Hippie, der selten "so was Abgefahrenes Ale Idar-Oberstein" erlebt hatte und anschließend am liebsten das gesamte Publikum in seinem bunten VW-Bus nach Hause gefahren oder ihm ein Brot gebacken hätte, Stilecht mit Mundharmonika wurde anschließend der "In-Idar-Oberstein-trinkt-man-Bier-statt-Wein-Blues" präsentiert, bevor das zukünftige Schicksal der Lindenstraßenbewohner das offizielle Programm beschloß und eine etwas merkwürdige Mischung aus avantgardistsichem Tanzztheater, hessischem Volkstheater unter dem Oberbegriff Spanien" - bei dem Martin Meinschäfer direkt komisches Talent erahnen ließ - den Abend beendete. Christine Catrein