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"Keine Angst vor der Globalisierung -
Wohlstand und Arbeit für alle" 
Christa Müller, Diplom-Volkswirtin
15.03.1999, 20.00 Uhr
Idar-Oberstein, Heinzenwies-Gymnasium 

Nahe-Zeitung, 17.03.1999
Auftritt ohne das Thema Rücktritt
Christa Müller äußerte sich nicht zum Rückzug ihres Mannes Oskar Lafontaine aus der Politik

Axel Redmer weiß mehr: Christa Müller unterhielt sich vor ihrem Vortrag über die Globalisierung mit ihm eingehend über den Rücktritt ihres Mannes Oskar Lafontaine.
Von Wolfgang Mattern

IDAR-OBERSTEIN. Der Landtagsabgeordnete bewahrt aber striktes Stillschweigen über das Gespräch. "Das habe ich ihr zugesichert", sagt der Vorsitzende des Kulturvereins "Die Schnecke" gegenüber unserer Zeitung. Er kennt die ehemalige stellvertretende Juso-Bezirksvorsitzende von Hessen-Süd schon seit dem Jahr 1988, wie er erzählt. Entsprechend herzlich fällt die Begrüßung vor dem Heinzenwies-Gymnasium aus. Eigentlich hätte die Volkswirtin im Turnerheim Hohwies sprechen sollen. Wegen der aktuellen Ereignisse wird kurzfristig umdisponiert. Allerdings füllt sich die Aula der Schule nicht so wie erwartet: 68 Zuhörer kommen. Die hoffen, daß Lafontaines Ehefrau "aus dem Nähkästchen plaudert", wie Redmer vermutet. Wichtiger sei aber das Interesse an ihren inhaltlichen Positionen, meint er und bittet, auf die "Intimsphäre" der Politiker-Gattin Rücksicht zu nehmen.
Die nimmt kein Blatt vor den Mund. Allerdings nur, soweit es ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen betrifft. Der Bundesbank wirft sie Versagen in der Zinspolitik vor, den US-Amerikanern sagt sie nach, daß sie kein Rezept gegen die internationale Finanzkrise hätten, und der ehemaligen CDU/FDP-Bundesregierung attestiert sie eine "völlig falsche Wirtschaftspolitik". Sie spricht prinzipiell in der Wir-Form, gibt aber kaum etwas über ihren Ehepartner preis, mit dem zusammen sie die Streitschrift "Keine Angst vor der Globalisierung - Wohlstand und Arbeit für alle" geschrieben hat. "Wir zweifeln nicht daran, daß wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig sind", faßt sie ihre Meinung und die des Ex-Finanzministers zusammen. Erforderlich sei aber eine "grundlegend andere Wirtschaftspolitik".
Darum müssen sich jetzt aber andere kümmern. Sie hat an diesem Abend nur einen Wunsch: so schnell wie möglich nach Hause zu ihrem kleinen Sohn Carl-Maurice zu kommen.