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Vortrag und Diskussion mit Erhard Eppler,
Bundesminister a.D.
25.02.1982, 19.30 Uhr,
Idar-Oberstein, Göttenbach-Gymnasium

Nahe-Zeitung, 1. März 1982
Einen „für Deutsche ungeheuren Gedanken“

Versuchte Erhard Eppler (SPD), Vorsitzender der Grundwertekommission und einer der führenden Köpfe der Friedensbewegung, den 310 Besuchern in der Aula des Göttenbach-Gymnasiums näherzubringen: „Hatten wir vielleicht in den vergangenen 35 Jahren keinen Krieg in Europa, weil keiner den anderen überfallen wollte? – War es also gar nicht die Abschreckung durch moderne Waffen, die den Frieden gebracht hat ?“ Eine Stunde Redezeit war ein engagiertes Votum gegen Rüstung, gegen technokratisches Denken, für neue Wege, für mehr Fantasie. „Neue, breite Straßen gibt es nicht, aber Trampelpfade sind zu erkennen.“ „Raketenzählerei ist ein Volkssport geworden.“ Schlagzeilen von Erhard Eppler, der niemand diffamierte, der versuchte, die Denkweise und Position beider Weltmächte zu erläutern, ebenso wie er seine Gedanken darlegte. Er wollte nicht, dass gelacht wurde, wenn kritische Fragen an ihn gerichtet wurden, er warb um Verständnis. Der Vorwurf eines Zuhörers, ein Demagoge zu sein, traf – etwas, die Stimme wurde lauter, die Reaktion schärfer, aber nicht ausfallend. Hinweise Epplers, der Raum Idar-Oberstein sei bei der Stationierung neuer Waffen besonders gefährdet, wurden nicht hinterlegt. Politik statt Rüstung, eine wesentliche Forderung Epplers. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Ökologie und Friedensbewegung: Wer mit der Natur und ihren Geschöpfen Frieden schließen kann, kann das auch mit den Menschen“. Epplers Schlusssatz: „In den Geschichtsbüchern könnte einmal stehen: Im 20. Jahrhundert sind zwei Weltkriege von deutschem Boden ausgegangen. Gegen Ende des Jahrhunderts ist aber der Frieden von Deutschland ausgegangen.“ Für den Kulturverein „Die Schnecke“, so ihr Vorsitzender Axel Redmer, ein großer Erfolg, der zu neuen öffentlichen Veranstaltungen anspornt. -jf-