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Ausstellung von Xaver Mayer- "Der dreizehnte Monat"
Druckgrafik und Malerei

02.-16.07.2004, Idar-Oberstein, Kreissparkasse Idar


Nahe-Zeitung, 07.07.2004
Skurrille und bissige Graphiken kommen gut an
Der Pfälzer Xaver Mayer zeigt Zeichnungen und Radierungen in der Kreissparkasse - "Schnecke" und Kreis sind Veranstalter

IDAR-OBERSTEIN. "Die im Dunkeln", "Selbstfindung" oder "Kneipenprophet" sind ein paar der Titel von Bildern, die derzeit in der Hauptstelle der Kreissparkasse in Oberstein zu sehen sind. Die Ausstellung mit den Werken von Xaver Mayer wird vom Kulturverein "Die Schnecke" und der Kreisverwaltung gemeinsam präsentiert. Axel Redmer, in beiden an hervorgehobener Stelle tätig, lobte die Arbeiten Mayers: "Bewundernswert ist neben der handwerklichen Ausführung die große Bandbreite, die von der Karikatur bis zur hintergründig-philosophischen Arbeit, vom Kalenderblatt bis zur Zeitungsillustration reicht."
Die Laudatio bei der Eröffnung hielt Michael Bauer, mit dem Mayer schon lange zusammenarbeitet. Vor allem mit dem Comic "De klääne Pälzer", der täglich in der "Rheinpfalz" erscheint, haben beide eine große regionale Bekanntheit erreicht. "Meine Arbeit ist mehr als eine reine Illustration der Worte Bauers", erklärt Mayer. "Ich arbeite immer noch viele Details aus, häufig enthalten meine Bilder noch eine zusätzliche Pointe."
Die illustrative Interpretation und Ergänzung von Texten ist eine beliebte Arbeitsmethode Mayers. So hat er sich auch von dem bekannten Gedichtzyklus "Die 13 Monate" von Erich Kästner zur entsprechenden Anzahl von "Kalenderblättern" inspirieren lassen, die einerseits die Verse Kästners aufgreifen, andererseits dessen Gedanken in skurriler und schrulliger Weise fortspinnen und um sie herum eine eigene graphische Welt erschaffen. Eine ähnliche Methode verfolgt er in einer Serie über die zwölf Sternkreiszeichen, die er einerseits vom Wortsinn her wiedergibt, andererseits aber auch mit den den entsprechenden Sternzeichen zugeschriebenen Eigenschaften ironisch spielt.
Ein großer Teil der ausgestellten Arbeiten Mayers sind Radierungen, beim flüchtigen Hinsehen schnell hingeworfene Striche, aber auf den zweiten Blick einen immer wieder verblüffenden Detailreichtum verbergend. Die Radierungen sind häufig technisch anspruchsvolle mehrfarbige Arbeiten. "Ich verwende bis zu vier verschiedene Platten, was sehr sorgfältiges und zeitaufwendiges Arbeiten mit sich bringt", erläutert Mayer. "Außerdem gibt es dadurch immer feine Farbnuancierungen, so dass jeder Druck im Grunde ein Unikat ist." Die Auflage, so Mayer weiter, betrage in der Regel zwischen zehn und 50 Exemplaren, von einigen wenigen Großserien abgesehen. Eine ebenfalls häufig von Mayer verwandte Technik ist die farbige Tuschezeichnung. Auch hier herrschen Motive vor, die sich unmittelbar menschlicher Schwächen, Eigenarten oder Verhaltensweisen annehmen, einige wenige Landschaftsbilder bleiben die Ausnahme in der Ausstellung.
"Wir wollen nicht nur bekannte Künstler herholen", unterstreicht der "Schnecke"- Vorsitzender Redmer, "sondern auch weniger Bekannte fördern, wenn sie gut sind." Etliche rote Punkte auf den ausgestellten Bildern zeigen, wie sehr der bissige Witz Mayers ankommt. (jst)