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Veranstaltung mit Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker
20.06.2002, 16.00 Uhr
Umwelt-Campus Birkenfeld 



Nahe-Zeitung, 24.06.2002
Die Realität lässt Vorsicht vermissen
Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker in der Aula der FH: Interessanter Vortrag zum Thema "Ökologie"

HOPPSTÄDTEN-WEIERSBACH. Trotz knapp bemessener Zeit hatte Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker, der Leiter der Enquete- Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft des Bundestags", in der Fachhochschule in Neubrücke viel über nachhaltige Entwicklung und Ökologie zu erzählen.
Sollten sich die Erdenbewohner nach Meinung des SPD-Politikers der Grenze der Tragekapazität ihres Planeten sehr sanft nähern, so lässt die Realität diese Vorsicht eher vermissen: Maximierung des Wirtschaftswachstums um jeden Preis und möglichst rasch, laute die Devise: "Wir haben ein System, bei dem der Schnellste gewinnt", sagte Weizsäcker. Bestes Beispiel sei wohl der "Computerurkonflikt" zwischen Microsoft und Apple. Eines der Warnsignale sei das massive Artensterben, das pro Tag mit 50 Tier- und Pflanzenarten zu Buche schlägt. Vor allem Landnahme nannte er als eine der Ursachen.
Hingegen beruhe der sich bedrohlich ausdehnende Treibhauseffekt auf der wachsenden Kohlendioxid- Konzentration und ziehe vermutlich Folgen wie einen Anstieg des Meeresspiegels und eine Erhöhung der Durchschnittstemperaturen nach sich.
Klar ist für den 62- Jährigen, dass etwas getan werden muss: Nicht nur das drastische Absenken der Emissionen sei dringend notwendig, wie auch in seinem 1989 veröffentlichtem Buch "Faktor 4" - doppelter Wohlstand, halbierter Naturverbrauch - nachzulesen ist, sondern eine allgemeine Verbesserung der Ressourcenproduktivität.

Einige Hürden...
Einige Hürden erschweren das Erreichen dieses Faktors 4, und zwar weniger aus technologischer Sicht - Hypercar, Passivhaus oder Ökolandbau signalisieren den richtigen Weg -, als vielmehr bei umweltpolitischen internationalen Einigungsversuchen. Ähnlich kritisch betrachtet der Biologie- Professor die unangemessenen Preisrelationen: "Wir werden in Bezug auf die langfristige Knappheit der Ressourcen angelogen." Dies lasse sich daran erkennen, dass oft die Treibstoffpreise der Staaten den tatsächlichen Benzinverbrauch entscheidend beeinflussen.
Weizsäcker verknüpfte die Themen Technologie und Arbeitslosigkeit: "Ist es nicht schöner, Kilowattstunden als Menschen wegzurationalisieren?" Ebenfalls stellte er dem Argument, "Umweltschutz kann man sich nicht leisten", den Fakt gegenüber, dass ökologisch vorbildlich engagierte Unternehmen an den Börsen besser dastehen. Bei der Frage "Warum passiert in Deutschland nicht mehr?" lenkte er den Blick auf zwei Probleme: Zum einen müsse das, was im Staat passiert, parteienübergreifend funktionieren, und zum anderen sollten Staat und Industrie ebenfalls in einem Boot sitzen. (mw)